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Tips und Tricks I - Der Samen

Alle Tips und Tricks unter Download als PDF.

Tips und Tricks - Der Samen

I. Der Samen
In dem kleinen Samenkorn sind wohl alle Eigenschaften zum Ereichen eines Supergewichtes
enthalten. Dabei sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Großeltern und weitere Vor-
fahren zu beachten. So mancher, der glaubt aus einem 500 Kg schweren Kürbis den Samen
zu gewinnen und damit ohne Probleme wieder einen 500 Kg schweren Kürbis züchten zu
können, irrt gewaltig.
Um das Potential eines Samens richtig abschätzen zu können, wäre es wichtig, wenigstens die
Eltern und die Großeltern zu kennen. Ihre Eigenschaften, das sind nicht nur das Gewicht, sondern
auch die Fruchtform, die Reifezeit und die Robustheit.
Weitere entscheidende Kriterien sind die Zeit der Befruchtung, und die Lage des Kürbis, unter-
schieden wird hier zwischen dem Haupttrieb und dem Seitentrieb. Wann war der Kürbis erntereif,
und wie war seine eigentliche Qualität, d.h. war er robust, frei von Fehlern, ausgewogen in der Form,
etc.
All diese Daten werden von interessierten Kürbiszüchtern festgehalten. Beim nächstjährigen Versuch
versucht dann jeder Züchter, die für ihn entscheidenden Kriterien weiter zu verfolgen und sucht sich
entsprechende Eltern.
Ziel kann es sein, durch die Kreuzung eines sehr schönen, ausgewogenen und robusten Kürbis mit
einem sehr großen und schweren Exemplar eine neue Linie zu erzielen, die alle guten Eigenschaften in
sich vereint.

Samen und deren Herkunft und Qualität bestimmen

Im folgenden wollen wir an 3 Beispielen einmal aufzeigen, wie die Amerikaner ihre Züchtungen
beschreiben :

1. Die Angabe des Gewichtes - Der Gewichtsklasse
Kauft man bei den beiden bekannten Firmen Howard Dill oder PandP-Seeds AG-Samen, so kann man
zwischen Gewichtsklassen wählen. Diese Firmen wiegen ihre Kürbisse und teilen sie dann in 100 lb.-
Klassen ein.
Ein AG 600+ stammt also aus einem Kürbis mit mindestens 600 lb. Gewicht.
Andere Angaben erhält man hier leider nicht und es gehört wohl auch etwas Vertrauen dazu, das dem
auch so ist. Die Namen und das Gewicht der Vorfahren sind hier nicht bekannt. Eventuell sind diese
Kürbisse auch nicht von Hand bestäubt, so daß die Eltern nicht bestimmt werden können. Der englische
Fachbegriff für diese offene Befruchtung, meist durch Bienen lautet “open-pollinated”

2. Der Name des Züchters, Gewicht des Kürbis, Jahrgang
Angabe des Züchter, des Jahrgangs, des genauen Gewichtes, von Vater und Mutter
Sehr viele Züchter betätigen sich in den USA. Um die Einteilung und die Bewertung zu vereinheitlichen,
hat man folgende Regeln aufgestellt, die wir an einem konkreten Beispiel darstellen wollen :
Unser Samenkorn hat die Bezeichnung

673 Kilbert 2001
Die erste Zahl ist das Gewicht, der Name ist der des Züchters, die zweite Zahl ist der Züchtungsjahrgang,
d.h. das Saatgut stammt aus einem Kürbis des Züchters Kilbert aus dem Jahre 2001, der 673 lb. wog.
Zusätzliche Angaben werden oft noch bezüglich der Eltern gemacht, unser Besipiel sieht dann so aus :
673 Kilbert 2001, 846 Calai 1999 x 940 Mombert 2000
Die Angaben hinter dem Komma sind die Eltern. Ist bezüglich des Geschlechtes nicht angegeben,
z.b F=Female(weiblich) oder M=Male(männlich), so ist die erstgenannte die weibliche Blüte.
Zur Verdeutlichung :
Herr Kilbert hat im Jahre 2001 die beiden Samenkörner der Züchter Calai und Mombert gesät und
gepflanzt. Er hat dann zu einem bestimmten Termin eine weibliche Blüte des 846 Calai 1999 mit dem
Pollen des 940 Mombert 2000 befruchtet.
Oftmals findet man auch die Angabe der weiblichen Pflanze und den Begriff “Self”. Dies steht für
eine Selbstbestäubung, d.h. die weibliche Pflanze wurde mit ihrem eigenen Pollen bestäubt.

3. der ausführliche Steckbrief
Jeder Kürbiszüchter dokumentiert seine Zucht sehr genau.
Neben den obenganannten Hauptkriterien gibt es in einem Steckbrief eine große Anzahl von Angaben,
die wichtigsten wollen wir hier beschreiben.
Örtlichkeit (location grown) : beschreibt den Ort der Kultur. In den USA ist dies aufgrund der sehr
unterschiedlichen Klimagebiete sehr wichtig, für Deutschland kann man dies vernachlässigen.
Datum Aussaat : Tag der Aussaat
Tag der Pflanzung : Verpflanzen ins Freiland
Tag der Befruchtung : Wann wurde die Blüte befruchtet
Tag der Ernte : Wann wurde der Kürbis gepflückt
Tag der Wiegung : Wann wurde das Gewicht ermittelt
Position der weiblichen Blüte : Wurde eine Blüte am Hauptrieb bestäubt (main vine) oder an einem
Seitentrieb (side/second vine). Wie weit war die Blüte von der Wurzel entfernt (Angabe in ft.)
Substanz bei der Ernte : Wie war der Gesamtzustand des Kürbis bei Ernte, war er frei von Schäden,
Pilzbefall oder weich.

Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Angaben, die jeder anders bewertet, die unsere Meinung aber
zu vernachlässigen sind. Diese Angaben betreffen die Laubgröße, die Blütengröße, die Anzahl der
Blütensegmente, sowie die Trieblänge. Oftmals, und mit Sicherheit wichtig, wird auch die Abstammung
der Eltern genannt. Dies sind dann die Großeltern. Deren Eigenschaften sind ja auch genetisch ent-
halten. So kann es es sein, daß ein Korn von einem 300 lb. schwerer Kürbis einen 800 lb. schweren
Kürbis hervorbringt, dies allein aufgrund der Abstammung.

In den USA gibt es sogar ganze Datenbanken, die sich mit der Aufzeichnung dieser Angaben be-
schäftigen. Um dort Auskunft über die Abstammung und die Eigenschaften der Vorfahren zu be-
kommen, muß man allerdings Mitglied sein.

weitere Kriterien :        Kulturführung              viel Glück
 

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